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„Ich hab‘ Rücken!“

In Anbetracht der Häufigkeit, mit der sich das Kreuz bemerkbar macht, sind Rückenschmerzen ein wahres Volksleiden. Kein Wunder bei unserer Lebensweise. Sitzen wir doch viele Stunden vor dem Computer, ziehen oft den Fernsehsessel dem Sportstudio vor und essen zu reichhaltig. Was sich für den Rücken tun lässt, verrät die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

Die Wirbelsäule hält uns aufrecht und gleichzeitig einiges aus. Doch wenn man sie zu stark belastet oder einseitig strapaziert, protestiert sie. Es gibt über 500 verschiedene Ursachen von Rückenschmerzen. Darunter dürften Muskelverspannungen und Fehlhaltungen zu den häufigsten zählen. Etwa vierzig Prozent der Nacken- und Schulterverspannungen gehen auf das Konto von Konflikten, Angst, Überforderung und anderen Stresskomponenten.

Daneben spielt es eine wichtige Rolle, wie jemand mit seinen Schmerzen umgeht. Wer seine Beschwerden bagatellisiert, Haltung bewahren und in Konfliktsituationen Rückgrat beweisen will, der verkrampft noch mehr. Genauso falsch ist es bei akuten Rückenschmerzen, sich zu schonen und möglichst allen Aktivitäten aus dem Weg zu gehen. Das Gegenteil stimmt, wie Schmerztherapeuten stets aufs Neue betonen. Wer unter Kreuzschmerzen leidet, dem raten sie, sich viel zu bewegen und seine Rückenmuskulatur gezielt aufzutrainieren, um Rückfällen vorzubeugen.

Meist verschwinden plötzlich auftretende Rückenschmerzen von selbst, auch dann wenn man sie nicht behandelt. Hält die Pein mehrere Tage an, braucht der schmerzgeplagte Patient vor allem eins ˗ und das möglichst rasch: eine schnelle, ausreichend starke und anhaltende Schmerzlinderung. Sind die Beschwerden leichterer Natur, helfen Schmerzmittel aus der Apotheke wie Paracetamol, Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac. Lässt sich der Schmerz auf diese Weise nicht ausreichend eindämmen, verordnet der Arzt stärkere Schmerzmittel oder spritzt sie.

Bei Warnsymptomen für spezielle Wirbelsäulenleiden kommt diese sogenannte konservative Therapie an ihre Grenzen. Dann kann mitunter eine Operation erforderlich sein, um betroffene Wirbelsäulenabschnitte zu entlasten und zu stabilisieren. Zudem gilt es, Druck von eingeengten Nervenfasern zu nehmen. Welches Verfahren im Einzelfall am besten hilft, ist mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.

Außerdem in diesem Heft: Das verraten Langzeitwerte über den Diabetes +++ Pro & Contra Kombipräparate +++ Die häufigsten Fußprobleme im Alter

> Mehr darüber lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der "Neue Apotheken Illustrierte"

Das verraten Langzeitwerte über den Diabetes

Schon seit Jahren erlaubt der sogenannte HbA1c-Wert Diabetikern, den Blutzuckererlauf zu beurteilen. Ein neuer Parameter, die „Time in Range“, gibt möglicherweise zusätzliche Informationen. Beide Werte besitzen Vorteile – haben aber auch ihre Grenzen. Die Neue Apotheken Illustrierte berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe darüber.

HbA1c: Dieser Wert gilt als Blutzucker-Langzeitwert. Er gibt den Anteil des roten Blutfarbstoffes an, an den sich Zucker angelagert hat. Je höher der Blutzucker in den vergangenen zehn bis zwölf Wochen, desto höher steigt der HbA1c-Wert an. Er markiert somit einen Durchschnittswert der Blutzuckerwerte über den genannten Zeitraum. Werte unter 5,7 Prozent bedeuten „kein Diabetes“. Bei Diabetikern gelten Werte bis 6,5 Prozent als sehr gut.

Doch der Wert besitzt ein große Schwäche: Allein für sich genommen lässt er keine Rückschlüsse darüber zu, an welcher Stelle der Diabetestherapie noch Verbesserungsbedarf besteht. Der HbA1c-Wert zeigt keine Ausschläge nach oben oder unten an. Selbst hinter einem guten Wert können sich erhebliche Zuckerschwankungen verbergen.

Time in Range (TIR): Der englische Ausdruck bedeutet so viel wie „Zeit im Zielbereich“. Der TIR-Wert gibt an, über wie viel Zeit sich der Blutzucker prozentual in einem guten vorgegebenen Blutzuckerbereich befunden hat. Experten empfehlen in der Regel eine Spanne von 70 bis 180 mg/dl. Durch gewöhnliche Blutzuckermessungen lässt sich der TIR-Wert kaum ermitteln. Für aussagekräftige Ergebnisse braucht es zahlreiche Messungen über den Tag. Diese lassen sich mit modernen Geräten zur kontinuierlichen Gewebezuckermessung gewinnen.

Auch TIR-Wert besitzt Schwächen: So gibt es bisher noch keine Langzeitstudien. Während ein guter HbA1c-Wert auf ein geringeres Risiko für Folgeerkrankungen schließen lässt, lassen sich ähnliche Rückschlüsse für den TIR noch nicht ziehen.

Fazit: Nach wie vor ist der HbA1c-Wert der Goldstandard in der Beurteilung des langfristigen Blutzuckerverlaufs. Der TIR ist für die Konsequenzen bei der Behandlung aber sehr viel hilfreicher.

Außerdem in diesem Heft: „Ich hab` Rücken!“ +++ Pro & Contra Kombipräparate +++ Die häufigsten Fußprobleme im Alter

> Mehr darüber lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der "Neue Apotheken Illustrierte"

Pro & contra Kombipräparate

Kombinationspräparate sind im Kommen. Immer mehr Fachgesellschaften empfehlen sie in ihren ärztlichen Behandlungsleitlinien. Über die Vor- und Nachteile berichtet Dr. Sonja Mayer, Vizepräsidentin der Bayerischen Landesapothekerkammer, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

Unter den Kombinationspräparaten gibt es zwei verschiedene Varianten: Zum einen solche, die neben dem Wirkstoff einen speziellen Hilfsstoff enthalten. Dieser sorgt dafür, dass das Medikament besser und möglicherweise auch länger im Körper wirkt, erklärt Mayer. Dazu gehören zum Beispiel Parkinson-Medikamente, die den Wirkstoff Levodopa enthalten. Der Hilfsstoff sorgt dafür, dass der Arzneistoff vom Körper nicht so schnell abgebaut wird.

Die zweite Klasse von Kombinationspräparaten enthalten mehrere Wirkstoffe. Diese richten sich auf unterschiedliche Weise gegen die Symptome einer Erkrankung. Klassische Indikation für solche Kombinationspräparate ist der Bluthochdruck, aber auch Asthma oder COPD. Bei ersterem gibt es sowohl 2-in-1- als auch 3-in-1-Kombinationen. Mayer: „Bei einem zu hohen Blutdruck reicht ein Wirkstoff oft nicht aus, um diesen ausreichend zu senken. Deswegen lohnt es sich mitunter, auf die genannten Kombinationen zurückzugreifen.“

Ein weiterer Vorteil von Kombinationsarzneimitteln ist, dass sie die Therapietreue verbessern. Vielen Patienten fällt es leichter, nur eine statt zwei oder drei Tabletten einzunehmen, weiß Apothekerin Mayer. Das ist besonders relevant, wenn es sich um eine Dauertherapie wie bei einem Bluthochdruck handelt.

Diesen Vorteilen steht der Nachteil gegenüber, dass Kombinationsarzneimittel in der Regel mehr kosten als die Einzelsubstanzen zusammen. Das erschwert zum Teil die Kostenübernahme durch die Krankenkassen.

Außerdem in diesem Heft: „Ich hab` Rücken!“ +++ Das verraten Langzeitwerte über den Diabetes +++ Die häufigsten Fußprobleme im Alter

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